SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD
Fachklinik für spezielle Schmerztherapie

Bismarckstr. 52
97980 Bad Mergentheim

Tel.: +49(0)7931-545-0
Fax: +49(0)7931-545-131

Homepage: www.schmerz.com
Mail: schmerz@schmerz.com

Erfahrung schon seit 1987
Für Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen bieten wir auf der Grundlage des § 40 bzw. 111 SGB V Rehabilitationsbehandlungen an und für
Patienten mit privater Krankenkasse werden Krankenhausbehandlungen gemäß OPS 8-918 durchgeführt. Die Klinik ist auch beihilfefähig.

GENITALSCHMERZ
weitere Suchbegriffe: Schmerz im Genital, Schmerz im Genitalbereich, Schamlippenschmerzen

Ein Genitalschmerz führt i.d.R. zu erheblichen Einbußen der Lebensqualität, gleiches gilt insbesondere auch für einen Scheidenschmerz. Die betroffenen Patienten gehen oftmals erst dann zum Arzt, wenn die Schmerzen unerträglich werden, vertrauen sich aber auch anderen Personen kaum an.

Ein chronischer Genitalschmerz betrifft hauptsächlich das weibliche Geschlecht. Überwiegend klagen die Frauen über einen diffusen, anhaltenden Sche idenschmerz, seltener über Schmerzen im Bereich des äußeren Genitales.
Patientinnen, bei denen ein paroxysmaler
(= anfallsartiger)
Genitalschmerz auftrat, sahen wir bei uns bisher nicht.
In der Regel konnten auch wiederholte gynäkologische Untersuchungen keine kausale
(= einer bestimmten Krankheit zuzuordnende) Schmerzursache aufdecken.

Schamlippenschmerzen (große Schamlippen) können auf Störungen der Nervenwurzeln L1 und L2 (= Nervenwurzeln des Rückenmarks im Lendenbereich) zurückzuführen sein, auch wenn diese Beschwerden als einziges Symptom (= Krankheitszeichen) vorliegen und nicht von z. B. einem Leistenschmerz begleitet sind.
Als weitere Ursache kommen auch neuralgieartige Störungen der Endäste der Nerven ilioinguinalis und genitofemoralis
(= Nerven der Leistengegend) in Betracht.

Ein
Genitalschmerz betrifft beim Mann hauptsächlich die H oden, seltener kommen Schmerzen im Pen is vor. Meist werden seitenbetonte, ziehende Dauerschmerzen mit wechselnder Intensität angegeben.

Schmerzen im H oden ohne Seitenbetonung sprechen eher für eine psychogene (= die Psyche betreffende) Schmerzursache.
Wenn ein seitenbetonter Hodenschmerz als einziges Symptom
(= Krankheitszeichen) vorliegen, ist an Affektionen (= Störungen, Erkrankungen) der Ne rvenwurzel L1 und L2 (siehe oben) zu denken.
Als weitere Ursache sind auch neuralgieartige Störungen des Endastes des Nervus genitofemoralis (Ramus (= Nervenast) genitalis) in Erwägung zu ziehen, manchmal mit einer Schmerzausstrahlung ins Bei n (innerer, rumpfnaher Oberschen kel) einhergehend.

Bei Schädigung des N. genitofemoralis (Spermatikusneuralgie) kommt es zu einem Ausfall des Kremasterreflexes (= Reflex des Hodensacks), häufig verbunden mit einem Schmerz im (gleichseitigen) H oden bzw. H odensack, Frauen klagen über einen Schmerz im Bereich der großen Schaml ippen.

Für einen anhaltenden Penisschmerz gibt es eine Reihe von möglichen Ursachen. Am häufigsten sind diese chronisch entzündlicher Natur (v.a. Pen iserysipel (= Wundrose), Balanoposthitis (= Eichel- und Vorhautentzündung), Cavernitis (= En tzündung der Schwellkörper), Urethritis (Harnleiterentzündung).

Weitere (seltene) Ursachen für Schmerzen im Pen is:

Behandlung bei Genitalschmerz:
Unterer Anteil der Schaml ippen, hinterer Anteil des Hodensacks, Vestibulum vaginae (= Scheidenvorhof), Pen is, Da mm- und Af terbereich werden sensibel aus dem Plexus sacralis (= Nervengeflecht aus dem unteren Rückenmark stammend) versorgt, so dass sich zur Schmerztherapie in den angesprochenen Bereichen eine wiederholte epidurale (= rückenmarknahe) Betäubung in Form des Kaudalblockes (= rückenmarknahe Betäubung in Höhe des Kreuzbeines) eignet.
Der Kaudalblock hat gegenüber dem lumbalen Epiduralblock
(= rückenmarknahe Betäubung in Höhe der Lenden) den Vorteil, dass eine geringere Dosierung benötigt wird, in der Regel reichen 5-8 ml z. B. Bupivacain (= ein langwirkendes örtliches Betäubungsmittel) 0,125-0,15 % aus.
Zur kontinuierlichen Blockade mit Katheter* ist allerdings die lumbale epidurale Blockade
(= rückenmarknahe Betäubung in Höhe der Lenden) wegen des geringeren Risikos einer En tzündung bzw. Infektion (= Eindringen von Mikroorganismen wie z.B. Bakterien) vorzuziehen, jedoch mit einer Ausnahme: Schmerz im Af ter- (und Da mm-) Bereich nach Amputat ion des Enddarmes. In diesem Falle ist die Entzündungsquelle nicht mehr vorhanden, so dass ein Sakralkatheter* auch über einen längeren Zeitraum belassen werden kann.
Bei einem
Genitalschmerz im Bereich der oberen Anteile der großen Schaml ippen und des seitlichen und vorderen Anteil des Hodensacks sollte immer ein Therapieversuch mit Blockaden (= Betäubungen) der Nerven ilioinguinalis und genitofemoralis in Form einer flächenhaften Infiltrationsanästhesie (= Betäubung durch Infiltration) im Bereich des mehr seitlichen Anteils des Leistenbandes durchgeführt werden.
Blockaden (= Betäubungen) der paravertebralen Ne rvenwurzel L1 und L2 (= Nervenwurzeln des Rückenmarks im Lendenbereich) führen zum gleichen Ziel.
Zur kontinuierlichen Blockade mit Katheter* eignen sich Plexus lumbalis
(= Nervengeflecht im Lendenbereich) und der lumbale Epiduralraum (= Raum zwischen Rückenmark und dessen Gewebsumhüllung in Höhe der Lenden).

Bei isolierten Schmerzen im Pen is können wiederholte Betäubungen des Nervus dorsalis pen is im Bereich der Pen iswurzel versucht werden.

Psychisch verursachter Genitalschmerz:
Der Anogen italbereich
(= Af ter- und Geschlechtsbereich) ist ein bevorzugter Körperbereich für den symbolischen Schmerz im Rahmen einer Konversionsneurose. Den ersten Hinweis auf diese Schmerzentstehung liefert oft schon die Beschreibung des Schmerzcharakters. Fast regelmäßig wählen die betroffenen Patienten bizarre Ausdrücke wie z. B. "tierisch, wahnsinnig" oder "wie rohes Fleisch". Häufig fehlt ein Leidensdruck. Öfters werden die Beschwerden fast lächelnd oder auch teilnahmslos vorgetragen. Fast regelmäßig wird angegeben, dass Analgetika (= Schmerzmittel) nicht helfen würden.Zur Therapie werden Psychopharmaka eingesetzt.

Diagnostik (= Maßnahmen zur Erkennung einer Krankheit): Ein psychogen verursachter Genitalschmerz (z.B. Sche idenschmerz) persistiert (= verbleibt) auch während einer diagnostischen Spinal- oder Periduralanästhesie (= rückenmarknahe Betäubungen).

Wenn ein Genitalschmerz längerfristig besteht, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.

Erläuterungen:

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch vorübergehend (z.B. 10-14 Tage lang) dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muss also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittels durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Das örtliche Betäubungsmittel wird bei dieser Behandlung so dosiert, dass die grobe Kraft erhalten bleibt (bei gleichzeitiger Hemmung der Schmerzreizleitung), damit der Patient nicht immobil wird und begleitend evtl. physiotherapeutische Anwendungen (z.B. Sitzbäder) möglich bleiben. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, dass bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch entzündliche, oder auch degenerative (= abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind, hilfreich ist. Eine gute Durchblutung optimiert auch den Stoffwechsel eines gestörten oder geschädigten Nervs.Außerdem vermag eine solche Behandlung das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen.

Laut der Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit haben alle Versicherte (also auch ältere Patienten) einer gesetzlichen Krankenkasse einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Das Bundesgesundheitsministerium schrieb dazu auch einen Brief an die Aufsichtsbehörden. Dieses Wahlrecht wurde mittlerweile auch durch Urteile von Landessozialgerichten bestätigt: Baden-Württemberg (Az: L 4 KR 2071/05) und Hessen ((Az.: L 1 KR 2/05: Gewährt eine Krankenkasse einem Versicherten einen Aufenthalt in einer Reha-Klinik, so ist sie dazu verpflichtet, die Wünsche des Versicherten in Bezug auf die Einrichtung zu berücksichtigen.

Viele gute Gründe sprechen für eine stationäre Behandlung in der SCHMERZKLINIK am ARKAUWALD, so z.B.:

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Aktualisiert:>13.09.2009</> a&bl90-
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